HSBürs NewGames

Spielen ist eine Tätigkeit die man nie ernst genug nehmen kann.                                                            Jacques Yves Cousteau


Jugend und Gewalt, Kampftrinken und Drogenexzesse, kein Tag ohne Schreckensmeldungen in den Zeitungen und kein Tag ohne laute Rufe, dem entgegen zu wirken.

 

Sind Kinder und Jugendliche wirklich Gewalttätig oder Masslos exzessiv?

Nein, sie sind es nicht, sie sind nur gewaltig durcheinander.

Sieht man ihre Not und ihr Suchen nach Beziehungen und Strukturen kann man ihnen gezielt und mit einfachen Hilfsmitteln helfen, aus dem durcheinander zum miteinander zu kommen.


So ist es nicht verwunderlich, dass Altes verlassen werden muss und Neues an diese Stellen treten soll. Aber unsere Schulen sind noch nicht so weit. Es braucht Mut für einen solchen Umbruch und so sind Schulen wie die UNESCO-SCHULE BÜRS wichtige Institutionen um Neue Weg aufgreifen zu können. In der Zusammenarbeit mit KerbHolz28, unserer  innovativen Waldschule die sich seit Jahren mit Kriseninterventionen der anderen Art befasst, fand dieses Jahr der erste Bürser Spieltag statt:


Beziehungsarbeit ist oft nur im Spiel möglich. Man traut sich Dinge die im Alltag nicht denkbar wären und unsere Fähigkeiten neu zeigen lässt.

                                                                            Achtung fliegendes Ei!


Warum spielen? Das Leben ist ernst und die Kinder sollen lernen, dass es ernst ist.

Aber gerade im Spielen liegt mehr Ernst und mehr Lernen als in allen anderen Tätigkeiten des Lebens.

 

Durch Lesen lernen wir ca 25% von dem was wir gelesen haben.

Durch Zuhören bleiben gar 60% haften. Aber beim Spielen lernen wir bis zu 100% da es auf eigenen Erfahrungen und auf körperlichen Einflüssen basiert. Bewegung im Kleinkindalter ist ein Muss für die Gehirnentwicklung. Schaukeln fördert die Entfaltung der Hirnsynapse, Kreiseln bildet Gehörorgan und Gleichgewicht aus, was schlussendlich die Logik bildet und Hüpfen ist für Herz, Lunge, Leber und Nieren ein wichtiges Wachstumsmittel. Werfen hat in der Adoleszenz  eine noch grössere Bedeutung weil es auf die geistige Entwicklung einfluss hat. Die gesammelte Bewegung von allem ist übrigens das Diskuswerfen. Wenn wir diese Bewegungen in ein Spiel einbauen, so werden Raumdimensionen intuitiv wahrgenommen, Koordination von Auge und Köper wird durch Emotion und Intuition unterstützt und es erhöht die eigenen Fähigkeiten in ungeahntem Masse.

Körperkontakte sind wichtig. Aber heute haben sie einen fahlen Nachgeschmack wenn ein Lehrer ein Kind anfasst. Auch untereinander ist das Berühren verpönt, aber es ist wichtig für die Gemeinschaftsbildung. Im Spiel, im Rangeln und Schupsen wird dieses Berühren wieder wertfrei und kann ungehindert von allen Seiten ohne grosse Bedenken angenommen und ausgeteilt werden. Oft ist man sich gar nicht mehr bewusst, dass jetzt von allen Seiten Körper an den eigenen drücken, sondern es geht darum, wie ich nach allen Seiten Gegendruck geben kann, ohne mich und die anderen zu verletzen.

Aber gerade die warmen Körper, die Hände, die Füsse des anderen, schaffen für die Kinder grosse Sozialkompetenzen, weil sie nicht mehr abstrakt sondern ‚fühlbar’ geworden sind.

Ethik wird sofort angesprochen und an die Bewusstseinsoberfläche geholt und so ein Gefühl für die Gesellschaft erreicht.

Verletzungen: ein grosses Thema. Gerade wenn es dann Selbstverletzungen (SVV) werden.

Es ist heikel zu sagen Kinder müssen sich verletzen. Aber es ist so. Kleine Schrammen und Wunden sind wichtig für die Anregung der Selbstheilungskräfte und für das Erwachen in den kindlichen Körper. Sich selber spüren an der äussersten Grenze des eigenen Seins, nämlich an der Haut, schafft Bezug zur Welt und zu sich selber.

 

Wir können zusammenfassen: Spielen fördert:

 

-          die Lernfähigkeit

-          Eigenkompetenz

-          Sozialkompetenz

-          Selbstheilungskräfte

-          Eigenverantwortung

-          Bedürfnis nach Regeln

-          Einhalten von Regeln

 

Nachhaltiger kann wohl nichts sein.


Weitere Bilder folgen!